Interventionelle Bronchoskopie  
 
Argon-Plasma Koagulation im Tracheobronchialsystem
 

     
   
 Indikationen
     

Die Argon-Plasma Koagulation (APC) eignet sich hervorragend für die Therapie oberflächlicher Läsionen im Tracheobronchialsystem.



Bei der Anwendung der APC zur Rekanalisation maligner Atemwegsstenosen (siehe Abb. oben) ist die ausgeprägte Devitalisierung des Tumorgewebes mit direkter nachfolgender Schrumpfung von Vorteil.

 
Hämoptysen, oberflächliche Blutung
   
endobronchiale benigne Tumoren: Papillomatose, Granulome, Polypen in der Trachea, Lipome, Hämangiome
   
Rekanalisierung von malignen Atemwegsstenosen
   
Stentingrowth/-overgrowth
   
Narbenstenosen

Die APC ermöglicht eine effektive Hämostase, mit gleichmäßig limitierter Eindringtiefe; bei guter Sicht und visueller Gewebedifferenzierung.

Das Riskio einer Perforation oder Schädigung submuköser Strukturen ist gegenüber der Lasertechnik weitgehend minimiert.

     
 

Abb. Papillomatose im Kehlkopfbereich präoperativ  
Abb.: Gewebedurchwachsung im Maschenstent
 

 

     
   
 Vorteile der APC in der interventionellen Pneumologie
     
schnelle, effektive Koagulation, auch von großlflächigen Arealen
limitierte Eindringtiefe, minimierte Schädigung des Knorpels
Perforationsrisiko minimiert
keine Karbonisation,
keine Vaporisation,
keine inhalative Kontamination
minimale Rauchentwicklung, dadurch gute Sicht auf das OP-Feld
non-contact-Verfahren
 
kein Ankleben der Elektroden
keine Beschädigung von Stents
hohe Freiheitsgrade im Handling
kostengünstiges, komplikationsarmes Verfahren, geringe OP-Zeit
einfache Handhabung des Verfahrens, keine aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich
starre und flexible Instrumente
starre Instrumente mit integrierter Absaugung für Dampf und Sekret
mobile Einheit
     
     
   
 ERBE HF-Chirurgiesystem
     
ERBE VIO 300 D und APC 2

ERBE ERBOTOM ICC 350
 

Das ERBE HF-/APC-Chirurgiesystem für die interventionelle Bronchsokopie besteht aus einem HF-Chirurgiegerät des VIO-Systems oder der ERBOTOM ICC-Reihe, z.B. ICC 350, dem Plasma-Koagulationsgerät APC 300 und indikationsspezifischen Applikatoren und Sonden.

Das APC 2 und das VIO, bzw. APC 300 und ERBOTOM ICC 350 sind optimal auf die Instrumente und Indikationen abgestimmt. So bietet das System mit einer auto-matischen Instrumentenerkennung einfachste Handhabung nach dem "Plug&Play"-Prinzip.

     
Für eine bessere Sicht auf den OP-Situs empfehlen wir zur Absaugung von Rauch oder Dampf das Rauchabsaugsystem ERBE IES 300. Die Absaugung erfolgt direkt über das starre Bronchoskop.  

     
   
   
 Flexible APC-Sonden
     
 

Flexible Applikation

Alle flexiblen APC-Sonden werden über den Instrumentenkanal des flexiblen Bronchoskops eingeführt. Bei der Diagnostik mit dem flexiblen Bronchoskop in Lokalanästhesie können auftretende diffuse Blutungen sofort mit der APC gestillt werden.

Abb.: Anwendung der Argon-Plasma Koagulation bei der flexiblen Bronchoskopie unter optischer Kontrolle

     
     
 
Eigenschaften der flexiblen APC-Sonden
laterale und axiale Applikation
Wide Beam zur großflächigen Applikation
unterschiedliche Außendurchmesser mit
1,5 mm und 2,3 mm
Keramikspitze verhindert Abbrand
mit Markierung an der Sondenspitze zur optimalen Platzierung
mit Instrumentenerkennung
wiederverwendbar
und in single-use-Ausführung
     

Flexible APC-Sonde TBS Tracheobronchial
ø 1,5 mm, 1,5 m lang, Round Beam, mit Instrumentenerkennung skaliertes Sondenende
Nr. 20132-048
Flexible APC-Sonde TBS Tracheobronchial
ø
2,3 mm, 1 m lang, Round Beam, mit Instrumentenerkennung skaliertes Sondenende
Nr. 20132-118

 

Flexible APC-Sonde Side fire
mit Wide Beam

ø
2,3 mm, 2,2 m lang, mit Instrumenten-
erkennung, skaliertes Sondenende
Nr. 20132-132

  Flexible APC-Sonde Side fire
mit Conical Beam

ø
2,3 mm, 2,2 m lang, mit Instrumenten-
erkennung, skaliertes Sondenende
Nr. 20132-147
     
   
 Starre APC-Applikatoren
     
     
Alle starren APC-Applikatoren können über ein starres Bronchoskop in Trachea, Haupt- und Nebenbronchien eingeführt werden.

Über den integrierten Saugkanal an den starren Applikatoren kann vor der Applikation gezielt Sekret abgesaugt werden.
Für therapeutische Interventionen wie z.B. die Rekanalisierung der Atemwegsstenosen kann mit starren ERBE APC Applikatoren über das starre Bronchoskop das Gewebe zielgenau präkonditioniert, koaguliert und devitalisiert werden.
 
Eigenschaften der starren APC-Applikatoren
laterale und axiale Applikation
laterale Applikation mit Round Beam (punktuell) und Wide Beam (grossflächig)
Instrumente mit integriertem Absaugkanal
ø
1,5 / ø 2,5 mm
gute Positionierbarkeit
mit Markierung an der Sondenspitze
zur optimalen Platzierung
Keramikspitze verhindert Abbrand
  mit Instrumentenerkennung
sterilisierbar, wiederverwendbar
     
   
 

APC-Applikator 500 A
ø 2,3 mm, 500 mm lang, starr, Round Beam, mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-116

     
  APC-Applikator 500 S
ø 2,3 mm, 500 mm lang, starr mit Wide Beam mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-143
     
     
     
     
     
   

APC-Applikator 500 S Suc
2,3 x 5 mm, 500 mm lang, starr Saug ø 1,5 mm, Spot Beam,
mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-117

       
    APC-Applikator 500 S Suc
2,8 x 6,2 mm, 500 mm lang, starr Saug
ø 2,5 mm, Conical Beam mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-127
       
    APC-Applikator 500 A Suc
2,3 x 5 mm, 500 mm lang, starr Saug
ø 1,5 mm, Round Beam,
mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-145
       
    APC-Applikator 500 A Suc
2,8 x 6,2 mm, 500 mm lang, starr Saug
ø 2,5 mm, Round Beam,
mit Instrumentenerkennung
Nr. 20132-146
     
     
   
 Starr-flexible Anwendung
     
Für therapeutische Interventionen bis in die Segmentbronchien kann die kombinierte starr-flexible Technik angewendet werden.

  Durch das – als Einführungsrohr dienende – starre Bronchoskop wird das flexible Bronchoskop bis in den Zielbereich eingeführt.
Zur APC-Applikation wird die flexible Sonde durch den Arbeitskanal des flexiblen Bronchoskops vorgeschoben. Die Positionierung und Steuerung der APC-Sonde erfolgt über das flexible Bronchoskop. Beim Einführen des Instrumentes durch den Arbeitskanal ist zu beachten, daß die Instrumentenspitze mit der distalen Markierung sichtbar wird. So ist die Zündquelle in ausreichendem Abstand zum Endoskop ohne Gefahr eines Überschlags.
     
     
   
 Literatur
     
Bergler, W. et al.: Behandlung der juvenilen Kehlkopfpapillomatose durch Argonplasma-Koagulation. In: Dtsch. med. Wschr. 122 (1997), S. 1033-1036.

Bergler, W. et al.:

Treatement of recurrent respiratory papillomatosis with argon plasma coagulation. In: Journal of Laryngol Otol 111 (1997): S. 381-384.

Colt, Henri C.: Broncjoscopic Resection of Wallstent-Associated Granulation Tissue Using Argon Plasma Coagulation. In: Journal of Bronchology 1998.

Reichle, G. et al.:

Argon Plasma Coagulation in Bronchology: A New Method - Alternative or Complementary?.
In: Journal of Bronchology 7: 109-117, 2000

     

ERBE Elektromedizin GmbH - Anwenderbroschüre
Fischer, K.; Raiser J.

Hinweise zur komplikationsfreien Anwendung von hochfrequenten Strom imTracheobronchialsystem.
Tübingen 2000